Monolith oder Composable für KI-ErfolgMonolith oder Composable für KI-Erfolg

Artificial Intelligence

Composable oder monolithisch: Warum die Systemarchitektur über KI-Flexibilität entscheidet

Warum die Wahl zwischen monolithischer und composable Architektur heute entscheidet, welche KI-Modelle Sie morgen nutzen können. Jetzt lesen!

Simon Putzer
July 22, 2026

Vor zehn Jahren war die Frage nach der Systemarchitektur eine IT-Entscheidung. Heute ist sie eine strategische.

Wer sich heute für ein monolithisches System entscheidet, entscheidet gleichzeitig darüber, welche KI-Modelle er in drei Jahren nutzen kann – und welche nicht. Das wissen die meisten Unternehmen nicht, wenn sie die Entscheidung treffen.

Was der Unterschied wirklich ist

Monolithische Systeme sind geschlossene Systeme. Alles kommt aus einer Hand: Datenhaltung, Logik, Oberfläche, Integrationen. Das hat Vorteile – weniger Komplexität in der Implementierung, klare Verantwortlichkeiten, ein Ansprechpartner.

Aber es hat einen entscheidenden Nachteil: Wer im System steckt, ist auch vom System abhängig. Neue Anforderungen lassen sich nur so schnell umsetzen, wie der Anbieter sie freigibt. Neue KI-Modelle lassen sich nur dann integrieren, wenn der Hersteller das vorsieht.

Composable Architekturen funktionieren anders. Sie sind keine einzelne Software, sondern ein Verbund von spezialisierten Bausteinen, die über offene Schnittstellen miteinander kommunizieren. Das Datenfundament liegt zentral. Die Anwendungen darum herum sind austauschbar.

Das bedeutet: Wenn ein besseres Bildscoring-Modell auf den Markt kommt, kann es integriert werden. Wenn ein neues Sprachmodell für die Produktbeschreibungsgenerierung relevanter ist, kann es eingebunden werden. Ohne das gesamte System anzufassen.

Warum das jetzt wichtig ist

KI-Modelle entwickeln sich schneller, als Enterprise-Software-Zyklen es erlauben.

Was heute state of the art ist, ist in zwölf Monaten möglicherweise überholt. Das ist kein Problem – solange die Infrastruktur flexibel genug ist, um mitzuwachsen.

Wer heute auf ein geschlossenes System setzt, kauft sich die Leistung von heute. Und bindet sich an sie.

Wer auf eine offene, composable Architektur setzt, kauft sich die Fähigkeit, morgen das Beste einzubinden, was dann verfügbar ist.

Das ist kein technisches Argument. Es ist ein wirtschaftliches.

Was ich in der Praxis beobachte

Ich spreche regelmäßig mit Unternehmen, die vor zwei, drei Jahren die Architekturentscheidung getroffen haben und jetzt die Konsequenzen tragen.

Die einen haben in ein monolithisches System investiert – mit guten Gründen, zu einem Zeitpunkt, an dem die Entscheidung vernünftig war. Heute wollen sie KI-Use-Cases skalieren und stoßen auf Grenzen, die nicht technisch sind, sondern architektonisch.

Die anderen haben auf Offenheit gesetzt, nicht weil sie damals schon wussten, was KI leisten würde, sondern weil Flexibilität ein Prinzip war. Diese Unternehmen integrieren heute neue Modelle in Wochen, nicht in Quartalen.

Der Unterschied ist nicht die Technologie. Der Unterschied ist die Entscheidung, die vor Jahren getroffen wurde.

Nicht jeder braucht dasselbe

Eine Sache, die ich in Gesprächen immer wieder betone: Offenheit und Composability sind nicht für jedes Unternehmen gleich relevant.

Wer national operiert, mit einem überschaubaren Produktkatalog und wenigen Kanälen, braucht kein hochgradig composables Enterprise-DAM. Ein solides PIM-System leistet oft genug – und spart unnötige Komplexität.

Wer international aufgestellt ist, Tausende von Produkten in Dutzenden von Märkten und Kanälen synchronisiert und KI in der Breite nutzen will, braucht eine andere Infrastruktur. Hier ist Composability kein Nice-to-have. Es ist eine Voraussetzung. Die richtige Architektur ist die, die zur tatsächlichen Komplexität des Unternehmens passt. Nicht die, die am meisten verspricht.

Die Frage, die ihr euch stellen solltet

Bevor ihr eure nächste Systementscheidung trefft, stellt euch diese Frage: Wie flexibel muss unser System in drei Jahren sein?

Wenn die ehrliche Antwort lautet, dass ihr wahrscheinlich neue KI-Modelle integrieren, neue Kanäle anbinden und eure Architektur weiterentwickeln werdet – dann ist das die Anforderung, gegen die ihr heute entscheiden müsst. Nicht gegen den Funktionsumfang im Demo.

Monolithische Systeme gewinnen fast immer im Vergleich, weil sie heute fertig sind. Composable Architekturen gewinnen langfristig, weil sie morgen noch anpassbar sind.

Das ist die Entscheidung, die vor euch liegt.

Hör dir das Gespräch an

Im Marketing-Börse-Podcast habe ich über genau diese Frage gesprochen – und darüber, wie sich der DAM-Markt durch KI verändert, was offene Systeme konkret leisten müssen und warum Datenqualität die entscheidende Voraussetzung bleibt.

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Über den Autor

Simon Putzer
Co-CEO Sharedien

Als Co-CEO GTM bei Sharedien teilt Simon auf diesem Blog seine Erfahrungen und Perspektiven rund um Go-to-Market-Strategien, digitales Wachstum, Content Operations, KI und die Zukunft moderner Enterprise-Technologien. LinkedIn: linkedin.com/in/sputzer

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